Tasmanien

Tasmanien

Den australischen Winter haben wir bislang gut verdrängt, aber in Tasmanien hat sich das kalte und nasse Wetter nicht mehr vermeiden lassen. Nachdem hier aber ganzjährig mit Schnee gerechnet werden muss, stört uns das nicht sehr.

Unsere 10-tägige Tour durch die tasmanische Wildnis beginnen wir in Hobart, wo wir gleich zur Ostküste aufbrechen. Die Landschaft ist total anders als im bisherigen Australien und erinnert schon stark an Neuseeland. Von einem Punkt der Tasman Peninsula erfahre wir, dass es auch nur mehr 1000km bis zur westlichen Südinsel Neuseelands sind.

Wunderschöne Klippen, traumhafte Strände, hügelige und bergige Landschaft, unzählige Meeresbuchten und gaaaaaanz viele Schafherden finden wir vor. Unerwartet haben wir Traumwetter mit täglich mehreren Stunden Sonnenschein und angenehmen Temperaturen von bis zu 15°C. Im Sommer wären wir bei den Stränden (die sich ohne Frage sofort als die besten der bisherigen Reise herausstellten) wohl nicht über den Osten der Insel hinausgekommen…

Doch wir wollten auch den wilden Westen Tasmaniens kennenlernen, in dem wir alpines Gelände und seit langem auch wieder einmal Schnee erkunden konnten. Unzählige perfekte Wasserfälle verteilen sich über die gesamte Insel und sind meist in einen Regenwald mit unseren heißgeliebten Farnbäumen eingebettet.

Die Pflanzenwelt ist unglaublich vielfältig und auch wenn aufgrund des Winters so gut wie nichts blüht, so findet man hier unzählige Arten von Sträuchern, Bäumen, Moosen, usw. Die Tierwelt genießt die kaum erschlossene Wildnis im Westen ebenfalls und so sehen wir endlich einige weitere australische Tiere in freier Natur (z.B. Opossum, Panemelon (tasmanisches Wallaby), Wombat, unzählige für uns neue Vögelarten, usw.). Wer sich übrigens fragt, wo die für Australien berühmt-berüchtigten großen Spinnen und Schlangen befinden: wir wissen es nicht. Bisher sind uns noch immer keine untergekommen – wir vermissen sie aber auch nicht 🙂

Wer Tasmanien als Reiseziel in Erwägung zieht, sollte sich ganzjährig auf kaltes Wetter gefasst machen. Im Westen ist nur 1 von 10 Tagen sonnig, aber 8 von 10 bewölkt, 5 von 10 verregnet…

Und die Tasmanier sind schon ein ganz anderes Volk als der Rest von Australien. Wir haben auch ein Krankenhaus in Hobart besucht und sind auch dort auf eine andere Welt gestossen: handgeschriebene Rezepte, Akten und Überweisungen, drei Stunden Wartezeit in der fünf Emergency Patienten abgewickelt wurden, aber immerhin wurden wir von vier Ärzten, zwei Krankenschwestern, die insgesamt drei Mal Blutdruck messten, behandelt und durften die Beschwerden (Stirnhöhlenentzündung) fünf Mal vortragen… aber es hat auch sein gutes: am nächsten Tag wusste keiner etwas von einer Rechnung, die bezahlt werden sollte – also mal abwarten 🙂

Nach der Kleinstadt-Idylle in Hobart freuen wir uns nun schon sehr auf die angeblich schönste Stadt Australiens: Sydney, wir kommen!

Über die Autoren

Karin und Max reisten von Jänner 2010 bis Juni 2011 um die Welt