Roadtrip: Perth – Darwin (2)

Roadtrip: Perth – Darwin (2)

Die Erkundung der wilden Kimberleys beschäftigte uns seit unserem letzten Blogeintrag.

In Port Hedland haben wir zunächst zwei fürs Outback typische Services besichtigt: die Royal Flying Doctors und die School Of The Air. Erstere statten hauptsächlich Cattle Stations mit Medikamenten und medizinischem Rat aus und fliegen im Notfall zu Patienten. Zweitere erteilen Kindern, die im Outback leben, via Funk Fernunterricht. Auch die Industrie ist beeindruckend: ein Hafen exportiert Erz (ca. 1.000.000 Tonnen täglich) sowie Salz, das auch vor Ort abgebaut wird.

Zwar sind die Gehälter beeindruckend, aber es mangelt einerseits an Lebensqualität als auch an Unterkünften. Das wird uns klar, als wir an unserem Waschtag am Campingplatz nur von Minenarbeitern umgeben sind, die auch dort wohnen: Wohnungsmieten im Raum Port Hedland betragen zwischen 1500 und 2000 AUD pro Woche (!). Grund dafür ist der massive Boom und die Erschwernis neue Unterkünfte zu bauen. Großteils werden Häuser als Aluminiumgestell mit dem Road Train geliefert und dann noch mit Wellblech ummantelt – fertig ist das neue Haus!

Nach dieser Abwechslung – Industrie haben wir ja eigentlich schon seit Österreich nicht mehr wirklich gesehen – geht es weiter durch endlose Weiten ins 650km entfernte Broome. In dieser Großstadt lassen wir zunächst unseren Reifenplatten reparieren und genießen dann den traumhaften Cable Beach. Schon in Coral Bay haben wir uns immer wieder ins kühle Nass geschmissen, aber in Broome war nicht mehr viel Überwindung notwendig: 30°C Außentemperatur, 20°C Meerestemperatur – ideal! Es wird auch unser letzer Strand für längere Zeit sein, denn nördlich von Broome ist “Crocodile’s Country” – also besser nicht schwimmen…

Die Erkundung der Kimberleys starten wir in Derby, dem Ausgangspunkt der berüchtigten Gibb River Road. Zwar haben wir keinen 4WD, aber die Gibb ist auch mit unserem 2WD befahrbar. Die erste Abzweigung führt allerdings wieder von dieser Route weg zur Windjana Gorge und dem Tunnel Creek. Bei der Windjana Gorge handelt es sich – wieder einmal – um eine Schlucht: diesmal haben wir aber als besondere Gäste Süßwasserkrokodile zu bewundern, die sich genüßlich in der Sonne von der nächtlichen Jagd aufwärmen. Außerdem handelt es sich bei dieser Schlucht um ein früheres Riff, das übrig blieb, als sich das Meer zurückzog.

Der Tunnel Creek ist ein 750m langer Abschnitt entlang eines Fluses, der großteils unterirdisch verläuft. Ausgestattet mit Stirnlampen machen wir uns auf den Weg in die absolute Finsternis, in der immer wieder diverse Steinformationen zu bewundern sind, und waten dabei durchs Wasser.

Der nächste Halt liegt dann – endlich wieder am Highway nach quälenden Stunden über die Gravel Road (unbefestigte Strasse, die aus dem jeweiligen Untergrund vor Ort besteht) inkl. Creek Überquerung – bei der Geikie Gorge. Wir machen eine Bootstour, bei der wir wieder viele Vögel und Freshies (Süßwasserkrokodile) vorfinden.

Über Halls Creek geht es dann schließlich nach Kununurra, wo wir einen mehr als zweistündigen Rundflug über den Purnululu Nationalpark und den Lake Argyle gemacht haben. Die Bungle Bungles im Purnululu NP  sind eine bienenkorbähnliche Felsformation und die Hauptattraktion der Gegend, die besonders aus der Luft beeindruckend zu besichtigen ist. Aber nicht nur die Highlights stechen ins Auge – auch die unendliche Weite, die verschiedensten Felsformationen, eine der weltgrößten Diamantenminen und schöne Flussbetten sind äußerst faszinierend.

Nach den tollen Erlebnissen – inkl. riesigem Frühstücksbuffet nach dem Rundflug – geht es nun weiter ins Northern Territory, das wir wenige Kilometer nach Kununurra erreichen.

Über die Autoren

Karin und Max reisten von Jänner 2010 bis Juni 2011 um die Welt