Costa Rica’s Nordwesten

Costa Rica’s Nordwesten

In den letzten neun Tagen haben wir den Nordwesten von Costa Rica unsicher gemacht. Nachdem wir zunächst in San Jose gelandet sind (und wir erstmals 10 Minuten vor Abflug einen Weiterflug buchen mussten, um nach einem Zwischenstop wieder in die Maschine gelassen zu werden), sind wir so schnell wie möglich in den nächsten Bus nach La Fortuna gestiegen. San Jose ist ziemlich heruntergekommen und es ist hier wohl die Armut des ganzen Landes versammelt.

In La Fortuna können wir einen Blick auf den nahezu wolkenlosen Vulkan Arenal werfen. Dieser war bis vor kurzer Zeit noch aktiv und hat tagtäglich Lava gespuckt – wir sind hierfür zu spät, denn seit etwa vier Monaten macht er Pause. Jedoch genießen wir die angenehmen Temperaturen im Hochland, machen eine kleine Wanderung auf dem Lavafeld des Vulkans und genießen natürliche Thermalquellen. Es ist wie im Paradies: ein Fluß mitten im Dschungel, Lavabecken und anstatt eiskaltes Wasser erwartet uns 35-40°C heißes Thermalwasser. Genial!

Die nächste Station – Monteverde – liegt zwar nur etwa 30km Luftlinie entfernt, dennoch benötigen Busse acht Stunden, um diese Strecke zu bewältigen. Wir entscheiden uns den Weg mit einer Jeep-Boot-Jeep Tour zu bewältigen, womit wir uns fünf Stunden Zeit sparen und noch dazu eine nette Bootsfahrt über den Lago Arenal machen. In Monteverde unternehmen wir eine Wanderung durch den Nebelwald, wo wir in der Nacht auch auf viele Tiere stoßen: grüner Vipern, Taranteln, Nasenbären, Ameisenkolonien, Brüllaffen… und nebenbei entdecken wir mitten im Wald auch zwei unserer ehemaligen Zimmerpflanzen (Orchideen), die hier wie Unkraut wachsen.

Den folgenden Tag steht wieder einmal Action auf dem Plan: Canopy Extremo nennt sich das ganze. Insgesamt sind 11 Strecken, die bis zu 1km lang sind, hoch über den Baumgipfeln zu bewältigen. Man klinkt sich in ein Drahtseil ein und fährt mit bis zu 60km/h von einem Ende zum anderen. Zwischendurch wird man 30m abgeseilt oder springt 20m nach unten, um anschließend wie Tarzan durch die Bäume zu schwingen. Sehr empfehlenswert – auch wenn man bei diesem Spass natürlich keine Tiere mehr zu Gesicht bekommt.

Nach all den Aktivitäten in Costa Rica (und den USA) haben wir uns mal wieder eine Strandpause verdient. Diesmal geht es an den Pazifik nach Montezuma. Außer mit Palmen gesäumten Stränden, hohen Wellen und einem traumhaften Wasserfall mit Pool gibt es hier nur viele alte Hippies und – man glaubt es kaum – Deutsche. Birchermüsli zum Frühstück, ein deutsches Bücherregal (das dem englischen um nichts nachsteht) tagsüber und abends im Supermarkt die Budgetreisenden mit Nudeln und Tomatensauce in der Hand. Außerdem gibt es dort das beste Sortiment an Rittersport Schokoladen außerhalb des deutschsprachigen Raums.

Irgendwann können wir uns von dem verschlafenen Nest wieder trennen und fahren weiter nach Liberia. Dort brechen wir am folgenden Tag in den Rincon de la Vieje NP auf, wo wir Geysire, Schlammpools und Wasserfälle am Fuße eines Vulkans erkunden.

Nach der kurzen Zeit in Costa Rica sind wir nun schon in Nicaragua – aber wir kommen schon bald wieder. Pura vida & hasta luego, Costa Rica!

Inzwischen versuchen wir unser nicht vorhandenes Spanisch zu perfektionieren, aber überraschenderweise reichen wenige Worte, um Hotels / Restaurants / Transport problemlos zu meistern. Nur der Smalltalk fehlt sehr – in unseren bisherigen Ländern waren wir mit Englisch immer sehr gut bedient.

Über die Autoren

Karin und Max reisten von Jänner 2010 bis Juni 2011 um die Welt